|
|
Ausstellung "WERKSTATT" 22.10. bis 11.11.2006
"Die Vergänglichkeit des von Menschen Geschaffenen ist auch das Thema von Jochen Reincke. Er wurde 1964 geboren und arbeitet seit Jahren als Autodidakt mit dem Genre der Fotografie - in zahlreichen Facetten. Eine Auswahl seiner Arbeiten zeigte er bereits im Rheinischen Industriemuseum Engelskirchen und im Bruno-Goller-Haus in Gummersbach, oft in Gemeinschaft mit seiner Frau. Für diese Ausstellung hat er sich ganz klassisch der analogen Schwarz-Weiß-Fotografie zugewandt, die nun in kleinen Formaten ein erstaunliches Zeugnis von Licht und Schatten, von Form und Auflösung ablegen. Eine ganz genau beobachtete, akribisch dokumentierte Bestandsaufnahme der Industriearchitektur - industriearchäologische Stillleben. Jochen Reincke statuiert, dass ihm die Beschäftigung mit der Fotografie zu einem "neuen Sehen" verholfen habe - zu einer intensiveren Wahrnehmung seiner Umgebung. Und dies spiegeln seine Arbeiten wider. So fokussiert er sich bei einigen Arbeiten auf wunderbare Details, auf Kleinigkeiten, die der alltägliche, flüchtige Blick leicht übersieht. Rostige Federn einer ausgedienten Maschine werden zu ganz speziellen, fast außerirdisch anmutenden Spiralskulpturen. Eine lapidare, rostige Mutter mit Schrauben wird durch die Nahaufnahme geadelt - sie erinnert plötzlich an eine Perlenkette oder eine wertvolle antike Brosche. Vergessene Spuren, poetische Relikte einer vergangenen Kultur. Die grafische Rhythmik der Arbeiten wird durch das Einbeziehen von Schrift noch verstärkt: klare, typisch deutsche Worte wie 'Schicht Schmitz', 'Dampfeinblasung Schlote' oder 'Schlammfrei Filter' setzen einen phonetischen Anker - auch hier sind wieder eigene Deutungen dieser rätselhaften Spuren möglich, die zugleich eine Auseinandersetzung mit der eignen Sprache, dem eigenen Heimatbegriff wecken." (Alexa Jansen, Galeristin) Pressestimmen:
Koordinaten:
|
|